29. März 2015

Aromapflege im Hospiz

Kategorie: Allgemein,Aromapflege Tags: – Autor: Tanja Kapell – 13:16

Hallo liebe Mitstreiter,

ich möchte mich euch kurz vorstellen:

Als Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für Anästhesie und Intensivpflege arbeite ich seit Januar 2010 im Hospiz „Haus Franz“ in Dülken. Mit einer Kollegin habe ich 2012 die Ausbildung zur „Aromaexpertin“ begonnen und im  im November 2012 abgeschlossen.Wir waren voller Ideen und Tatendrang, wollten unsere Ideen so schnell wie möglich umsetzen.

Schnell haben wir aber gemerkt, dass dies gar nicht so einfach war. Einige Kolleginnen waren sehr angetan, andere belächelten uns eher. Da wir aber unsere Geschäftsleitung im Rücken hatten und auch unser damaliger Hospizarzt sehr aufgeschlossen war, erstellten wir ein Konzept.

Den Einstieg haben wir ganz klassisch über die Raumbeduftung gewählt. In unserem Alltag stehen wir oft vor Situationen mit starker Geruchsbelastung. Dies war die einfachste Methode, zeigte die schnellste Wirkung  und überzeugte viele Kolleginnen.

Der nächste Schritt war die Einführung von Mischungen mit pflegerischer Indikation. Es hat viel Geduld von uns benötigt, da wir am liebsten mindestens 10 Mischungen auf einmal eingeführt hätten. Gestartet haben wir  mit einer Hautpflegemischung zur Dekubitusprophylxe. Als diese regelmäßig genutzt wurde folgte die „Tonka-Schmerzmischung“ und dann das „Hautwohl-Öl“ gegen Juckreiz. Wir haben gemerkt, schicken wir zu viele Mischungen gleichzeitig „ins Rennen“ waren die Kolleginnen überfordert und wussten nicht mehr, welche Mischung wann einzusetzen ist.

Mittlerweile sind wir so weit, dass wir 15 Mischungen für den pflegerischen Alltag inkl. aromatherapeutischer Anwendung nach Rücksprache mit den Hospizärzten eingeführt haben. Bei den meisten Wunden werden mittlerweile ätherische Öle zur therapeutischen Behandlung von den Ärzten angeordnet und die Erfolge sind auch für uns noch so manches Mal verblüffend.

Aber auch bei uns gibt es immer noch Situationen, wo alles ins Stocken gerät. Manche Kolleginnen trauen sich auch nicht, fertige Mischungen nach eigenem Ermessen einzusetzen. Da haben wir unser Konzept jetzt nochmal ein wenig verbessert und hoffen, dass jetzt jede Kollegin eigenständig arbeiten kann.

Gerne möchte ich euch unsere Erfahrungen zur Verfügung stellen und werde in nächster Zeit einige Beiträge verfassen. Denn auch ich habe gerade zu Beginn der Aromapflege im beruflichen Alltag gemerkt, dass Erfahrungswerte Gold wert sind.

Und ich möchte euch Mut machen, nicht aufzugeben. Wir wollten so manches Mal alles hinschmeißen, weil wir das Gefühl hatten in einem Hamsterrad zu stecken. Aber die 2,5 Jahre haben sich gelohnt und vieles läuft mittlerweile sehr reibungslos.

Also setzt euch durch für die tollen Helferlein, die ätherischen Öle!

Liebe Grüße

Tanja

4 Comments »

  1. Liebe Tanja,

    einfach ist das Einführen eines Projektes wie das der Aromapflege nicht, aber genial. Die Aromapflege ist so eine riesen Bereicherung des Pflegealltags, dass sie, auch wenn sie ab und zu ins Stocken gerät, durch die nachweislichen Erfolge mit großen Schritten das sogenannte „Hamsterrad“ verläßt und immer mehr Menschen erreicht. Ich wünsche Euch auch weiterhin viele reibungslose Erfolge und sie kommen garantiert.

    Liebe Grüße

    Maria

    Comment by Hoch Maria — 29. März 2015 @ 15:44

  2. Liebe Maria,

    auch hier ein großes Danke an dich für die Motivation.
    Es ist ja mittlerweile schon so, dass unsere Ärzte in manchen Situationen fragen „ob wir da nicht auch ein Öl für haben“? Da sehe ich schon als ganz großen Erfolg. Man muss halt einen langen Atem haben und immer wieder motivieren, in Erinnerung rufen und die Mitarbeiter schulen.
    Aber die Erfolge sind deutlich sichtbar und dafür lohnt sich der Einsatz. Mit dem Anlegen einer Fotodatenbank haben wir nun auch begonnen und das zeigt Erfolge, die man sonst auf den ersten Blick gar nicht so wahrnimmt. Und Bilder sagen mehr als tausend Worte wenn es um die Argumentation gerade Ärzten gegenüber geht.
    Wir werden weitermachen und unser Konzept um Heilpflanzenanwendungen in Form von Tees erweitern.

    Comment by Tanja Kapell — 29. März 2015 @ 17:07

  3. Liebe Tanja,
    ich kann dem nur beipflichten. Es braucht gerade am Anfang viel Geduld und dann kommen die Anfragen. Es ist dann schön zu sehen wie die Öle immer mehr in den Alltag integriert werden, gerade auch von den Ärzten. Und nicht zu vergessen die Wirkungen auf allen Ebenen. In meiner Klinik fragen sogar die Sekretärinnen bei uns auf Station nach.
    Dir auch weiterhin viel Erfolg.

    Comment by Schweizer Christiane — 31. März 2015 @ 09:21

  4. Danke dir auch für deine Erfahrungen und deine motivierenden Worte Christiane.
    Wir werden auf jeden Fall weitermachen. Und ich werde natürlich weiterhin hier berichten.

    Comment by Tanja Kapell — 31. März 2015 @ 12:56

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