6. Oktober 2015

34ièmes Journées Internationales Huiles Essentielles et Extraits

Kategorie: Allgemein,Aromapflege,Aromareport,Aromatherapie – Autor: Hoch Maria – 10:37

im Auftrag von Monika Werner:

Im Frühjahr erreichte mich die Anfrage der APPAM (Association pour la Promotion des Plantes à Parfum, Aromatiques et Médicinales), ob ich bereit wäre, an deren 34. internationalen Tagen der ätherischen Öle und Extrakte einen Vortrag zu halten. Das von den Veranstaltern gewünschte Thema lautete: „Ätherische Öle in Heil- und Pflegeeinrichtungen – ein langer und schwieriger Weg, Beispiele aus Deutschland“.

Am 23. September war dann mein Auftritt als „Exotin“: zum ersten Mal eine Therapeutin und zum ersten Mal eine Deutsche, die auf diesem Kongress sprach, der bislang eine Veranstaltung für Parfumeure war. Mein Mann musste spontan als Übersetzer einspringen, da die bestellte Übersetzerin plötzlich verhindert war.

Schon gleich danach und auch in den darauffolgenden Tagen nach dem gelungenen Vortrag (erfolgreich auch dank der bereitwilligen Mithilfe der AFI-Mitglieder Tanja Kapell und Susanne Seitel, die mir Fotodokumentationen und Erfahrungsberichte zur Verfügung gestellt hatten) erreichten mich viele positive Reaktionen. Hochangesehene Parfumeure bedankten sich bei mir dafür, dass ich ihnen eine neue Perspektive der Betrachtung ätherischer Öle vermittelt hatte: ätherische Öle duften nicht nur, sie können auch helfen und heilen.

Bei der anschließenden Diskussion beschäftigten sich die meisten der an mich gerichteten Fragen mit dem Thema „Allergien – allergische Reaktionen“ – ein Thema, das den Parfumeuren, die mit ätherischen Ölen arbeiten, auf den Nägeln brennt.

Aber auch ich konnte von dieser Veranstaltung profitieren, denn hier kamen Themen zur Sprache, mit denen wir Therapeuten normalerweise nicht in Berührung kommen.

Monika Werner, MontjoiMonika Werner, Montjoi (Foto: Bernard Faure, APPAM)

 

3. Oktober 2015

Hautdefekt bei MS

Kategorie: Aromapflege – Autor: Tanja Kapell – 00:35

Eine Dame Jahrgang 1956 nahmen wir am 10.07.2015 im Hospiz auf.
Sie litt an einer weit fortgeschrittenen Multiplen Sklerose mit spastischer Tetraparase, Ataxie, Epilepsie und Dysphagie. Auf geschlossene Fragen konnte sie zum Zeitpunkt der Aufnahme noch antworten.
Die Dame war dauerhaft bettlägerig und verbrachte die überwiegende Zeit in Rechtsseitenlage auf einer Wechseldruckmatratze. Eine Lagerung auf die linke Seite war möglich, wurde aber meist nicht lange toleriert. Auf Grund von Beugekontrakturen der Beine war die Durchfürung einer Rückenlage nicht möglich.
In Folge der fortgeschrittenen Erkrankung lag auch eine Stuhl- und Harninkontinenz vor.

Am Aufnahmetag hielten wir den Hautzustand des Gesäß per Foto fest, da ein Dekubitus Grad 2 vorhanden war:
10.07.2015 1 ohne

Die eigentliche Wunde maß ca 3 cm in der Breite und 2 cm in der Länge, die Tiefe schätzten wir im Millimeterbereich ein. Am Wundgrund hafteten Fibrinbeläge und die Wunde sonderte wenig klares Sekret ab. Die Wundränder stellten sich gerötet und erhaben dar. Die Wundumgebung zeigte sich gerötet und teilweise bräunlich verfärbt.

Ich stellte ein Wundpflegespray zusammen:

50 ml NaCl 0,9%
2 gtt Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
2 gtt Manuka (Leptospermum scoparium)
2 gtt Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
1 gtt Kamille blau (Matricaria recutita)
2 gtt Karottensamen (Daucus carota)

Diese Mischung sollte leicht desinfizieren und die Hautregeneration anregen.
Die Wunde, ebenso die Wundumgebung sollten im Rahmen jedes Verbandswechsels (alle 3 Tage und nach Bedarf) mit dem Wundpflegespray eingesprüht werden. Abgedeckt wurde der Dekubitus mit einem leicht selbsthaftendem Schaumverband.

Die nächste Fotodokumentation wurde erst am 23.07. wieder durchgeführt:

23.07.2015 1 ohne

Der Hautdefekt war gänzlich geschlossen und es hatte sich schon Granulationsgewebe gebildet. Die Wundumgebung sah auch vom Hautbild her deutlich besser aus. Auf Grund der deutlichen Verbesserung hielten wir die Versorgung bei.

Eine erneute Aufnahme am 3.08. zeigte kaum Veränderungen:

03.08.2015 ohne

Die Haut war im Vergleich zur Voraufnahme etwas trockener.
Auf Grund des verheilten Hautdefektes und der Stagnation in der Hautregeneration veränderte ich die Versorgung. Das „Regenerationsöl“ kam nun zum Einsatz:

50 ml Aprikosenkernöl (Prunus armeniaca)
5 gtt Lavendel extra (Lavandula angustifolia)
2 gtt Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
2 gtt Niauli (Melaleuca viridiflora)
2 gtt Palmarosa (Cymbopogon martini)
Der Steißbereich sollte jetzt 2 mal täglich mit der Ölmischung eingerieben werden. Ein Schutzverband erübrigte sich.

Am 11.08. führten wir erneut eine Fotodokumentation durch:

11.08.2015 1 ohne

11.08.2015 2 ohne

Wir waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Weiterhin wird der Steißbereich 2 mal täglich mit dem Regenerationsöl eingerieben und ein Schutzverband ist nicht mehr nötig.

Die Hautregeneration schritt weiter voran, so dass die Hautverfärbung abblasste.
Die Dame verstarb am 21.09.2015.