30. April 2015

Husten bei Kleinkind

Kategorie: Allgemein,Aromapflege,Aromatherapie – Autor: Worms Cora – 15:58

Kurz vor Ostern, in dieser Zeit der hartnäckigen Grippe, hat mich eine gute Freundin angerufen und mich gefragt, was sie für ihr zweijähriges Mädchen tun könnte, das sich gerade durch die vierte Nacht die Seele aus dem Leib hustet. So könne sie nicht in der Kita abgegeben werden und meine Freundin auch nicht zur Arbeit kommen.
Ich habe mich dann auf ein altes Hausmittel gestützt, das ich im Blog von ViVere gefunden und nun für meine Freundin abgewandelt hatte – ein Rezept mit Honig, Zwiebeln und ätherischen Ölen.
In einem noch halbvollen Honigglas wird eine halbe, frisch gewürfelte Zwiebel hinein gegeben und mindestens zwei Stunden, idealerweise aber über Nacht, stehen gelassen. Dabei wird der Honig relativ flüssig und kann problemlos durch ein feines Sieb in ein anderes Glas ohne Zwiebelstückchen umgefüllt werden. Erst danach füge ich dem Zwiebelhonig drei gtt Thymian linalool, drei gtt Cajeput und drei gtt Lavendel extra hinzu. Das wird dann teelöffelweise mit einem heißen Getränk zusammen eingenommen.
Das kleine Mädchen hatte abends zwei Teelöffel zuerst mit heißer Milch, an den Abenden danach pur nehmen wollen. Meine Freundin berichtete erleichtert, das es noch hustet, aber längst nicht so hartnäckig und quälend wie in den Nächten davor – es sei unglaublich, wie quasi sofort die Wirkung eintrat.
Ich war auch erleichtert, dass sowohl meine Freundin als auch ihr Kind nachts wieder schlafen konnten!

Liebe Grüße,
Cora

14. April 2015

Hautpflege Stauungsdermatitis

Kategorie: Aromapflege – Autor: Tanja Kapell – 20:17

Mitte Februar diesen Jahres (2015) ist eine Dame Jahrgang 1937 bei uns eingezogen. Eine chronische Herzinsuffizienz und Aortenklappenersatz sowie ein akutes Nierenversagen standen als Erkrankungen im Vordergrund. Sie kam zu uns ins Hospiz in einem schlechten Allgemeinzustand bei Ablehnung weiterführender Therapien. Somit war die Hospizindikation gegeben.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme zeigte sie Ödeme v.a. an den Flanken und den Oberschenkeln. Zusätzlich klagte sie über einen starken Juckreiz am ganzen Körper, wahrscheinlich in Folge der mangelnden Nierenleistung, die Flanken waren zudem diffus gerötet. Der rechte Unterschenkel zeigte laut unserem Arzt eine Stauungsdermatitis bei chronisch-venöser-Insuffizienz und war mit dicken Hautschuppen belegt.

Wir stellten für die Dame dann eine individuelle Mischung her:

80 ml Mandelöl süß (Prunus dulcis)
20 ml Jojobaöl (Simmondsia chinensis)
2 gtt Zeder (Cedrus atlantica)
3 gtt Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
2 gtt Palmarosa (Cymbopogon martinii)
4 gtt Melisse 30% (Melissa officinalis)
1 gtt Manuka (Leptospermum scoparium)
4 gtt Sanddornfruchtfleischöl

Die Wirkung dieser Mischung sollte sowohl im hautpflegenden Sektor, wie auch im therapeutischen Bereich liegen. Der Haut stellen wir die Feuchtigkeit in Form von Mandel- und Jojobaöl zur Verfügung. So sollte sie wieder elastischer werden und die Hautschuppen abschütteln können. Mit einer einzigen Mischung wollten wir auch ein möglichst großes Keimspektrum (Bakterien, Pilze, Viren) abdecken. Die Kombination aus Rosengeranie (antibakteriell/fungizid), Palmarosa (antibakteriell/fungizid/antiviral), Melisse (antiviral/entzündungshemmend/hautregenrierend) und Manuka (antibakteriell/antiinflammatorisch/antimykotisch/antihistaminisch/hautregenerierend) erschien uns hier sinnvoll. Die Öle haben alle einen starken Hautbezug, wie die genannten Wirkungen schon zeigen. Die Öle von Melisse und Zeder wirken sich zusätzlich positiv auf das Nervensystem aus. Gerade Juckreiz frisst arg am Nervenkostüm des Menschen und macht ihn dünnhäutiger. Eine Stärkung des Nervensystems ist hier also genauso wichtig, wie die Symptom-behandlung des Juckreizes selbst.
Das Sanddornfruchtfleichöl ist als besonders hautregenerierender Bestandteil unverzichtbar.
Mit dieser Mischung wurde mindestens 1 mal pro Schicht der rechte Unterschenkel und die juckenden Hautpartien eingerieben.
Schon nach der ersten Anwendung wurde über eine deutliche Linderung des Juckreiz berichtet. Bei der Behandlung des Unterschenkels brauchten wir etwas mehr zeit.
Am 14.03.2015 zeigte sich uns folgendes Bild:

Die beiden dunklen Stellen am linken Bildrand waren „Blutblasen“. Unser Gast war auf Grund der künstlichen Herzklappe marcumarisiert und hatte sich beim Lagewechsel im Bett das Bein angestossen. Folge daraus waren 2 prall gefüllte Hautblasen. Wir haben weiterhin ganz vorsichtig die Mischung eingerieben und so sahen die „Blasen“ nach 1 Woche aus. Die Hautregeneration war in vollem Gange und fast alle Hautschuppen waren abgefallen.
Die Einreibung mit der individuellen Hautpflegemischung wurde weitergeführt.

Die erneute Fotodokumentation am 27.03.2015 zeigte dies:

Die Krusten der Hautverletzungen waren abgefallen und die Hautreneration weiter im Gange. Es waren keine Hautschuppen mehr zu sehen und somit das Ziel der Hautpflege gegeben. Bei diesem Zustand haben wir die Mischung zur Hautpflege gewechselt, da sie aufgebraucht war und wir einen Wechsel sinnvoll fanden. Weitergeführt wurde die Hautpflege 1 mal im Rahmen der Körperpflege am Morgen und bei der Abendversorgung zur Nacht mit unserem „Hautpflegeöl“:

15 ml Jojobaöl (Simmondsia chinensis)
35 ml Mandelöl süß (Prunus dulcis)
8 gtt Lanvendel fein (Lavandula angustifolia)
5 gtt Benzoe siam (Styrax tonkinensis)
2 gtt Karottensamen (Daucus carota)

Auf Grund des Hautbildes gingen wir davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt keine pathogene Keimbelastung mehr auf der Haut zu finden war. Also stand für uns derzeit die Hautpflege mit Elastizitätserhalt und Regeneration im Vordergrund.
Das Jojoba- und Mandelöl haben wir als Grundlage zur Hautpflege behalten.
Karottensamen fördern die Hautregeneration und somit gilt es als Basismittel bei allen krankhaften Hautgeschehen.
Gerade auch bei schlecht heilenden Wunden ist das Öl Benzoe siam eine Geheimwaffe und sollten doch noch Pilze die Haut besiedeln, hilft es auch bei ihrer Bekämpfung. Der Hautstoffwechsel sowie die Zellerneuerung werden angeregt.
Über den Lavendel gibt es nicht viel zu sagen, außer das er der Alleskönner ist.

Am 14.04.2015 hielten wir den Hautzustand wieder bildlich fest:


Bei der Ausgangslage vor fast 8 Wochen waren wir zufrieden mit dem derzeitigen Ergebnis. Noch viel wichtiger ist allerdings das Wohlbefinden der Dame. Sie betonte mehrfach, wie glücklich sie über den Hautzustand ihrer Beine ist. Mittlerweile wir nur noch 1 mal täglich im Rahmen der Grundpflege das „Hautpflegeöl“ eingesetzt und 2 mal tägl. die druckexponierten Stellen eingerieben.

10. April 2015

Schmerzmischungen im Hospiz „Haus Franz“

Kategorie: Aromapflege – Autor: Tanja Kapell – 14:48

Ich möchte euch heute wieder an unseren Erfahrungen in Sachen Aromapflege teilhaben lassen und der Titel sagt ja schon alles:

Eine weitere Herausforderung in unserem täglichen Handeln ist die Linderung von Schmerzen.
In der Palliativpflege gilt dem Ziel der Schmerzfreiheit die oberste Priorität. Aber auch wir als Team im „Haus Franz“ haben uns auf die Fahne geschrieben, dass kein Gast Schmerzen leiden muss oder gar unter Schmerzen stirbt.
Dies ist aus verschiedenen Gründen nicht immer einfach. Die Art der Schmerzen kann ganz unterschiedlich sein, so wie jeder Mensch verschieden ist. Charakter, Nationalität, Alter, Erkrankunsgsdauer und Begleiterkrankungen sind nur einige der Einflussfaktoren auf das Schmerzempfinden. Dann spielt das Schmerzgedächtnis noch eine ganz große Rolle und ist nicht zu unterschätzen. Auf jeden Fall muss jede Schmerzäußerung ernst genommen werden und wird von uns nicht abgetan.
Die Schulmedizin hält viele Präparate zur Schmerzbekämpfung vor, aber leider auch mit den entsprechenden Nebenwirkungen, die meist doch sehr belastend sind, wenn man nur mal die Müdigkeit oder Obstipationsneigung nennt. Ohne diese Medikamente geht es im Endstadium der Karzinomerkrankungen jedoch selten, das stellen wir nicht in Frage.
Manchmal kann eine Schmerzäußerung auch der „Schrei“ nach Zuneigung und Berührung sein. Auch hier fällt uns oft auf, dass unsere Gäste in Sachen „Berührungen“ verarmt sind. Die Angehörigen werden als Schutzmechanismus oft auf Abstand gehalten und im Krankenhaus wird in Zeiten des Personalmangels und des Zeitdrucks häufig an den wirklichen Berührungen gespart.
Wir haben recht zügig bemerkt, dass wir auch in Sachen „Schmerzfreiheit“ einiges mit den ätherischen Ölen bewirken können. Nicht selten hat eine Aromaanwendung, durch die Angehörigen durchgeführt, auch die Hemmschwelle der Berührung wieder abgebaut und wieder Nähe ermöglicht.

Unsere „Einsteiger-Schmerzmischung“ ist die „Tonka-Einreibung“:

50 ml Jojobaöl (Simmondsia chinensis)
1 gtt Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
1 gtt Orange (Citrus sinensis)
2 gtt Tonka (Dipteryx odorata)
4 gtt Zeder (Cedrus atlantica)

Wir setzen diese Mischung ein, wenn es sich um Muskelverspannungen in Folge der Bettlägerigkeit handelt und bei allen unspezifischen Schmerzzuständen. Besteht der Verdacht auf psychogene Schmerzen, nutzen wir diese Rezeptur auch sehr gerne.
Durch den warmen, einhüllenden Geruch kommt sie auf dem „Nasenweg“ bei allen Gästen gut an. Die Mischung vermittelt Geborgenheit und fördert das Wohlbefinden. Dann ist ein weiterer Pluspunkt, dass ich mir Zeit nehme und nicht einfach eine Pille oder Tropfen aus dem Schrank nehme und hinstelle. Während der Einreibung wird meist nicht gesprochen, sondern der Gast genießt die Einreibung und ich konzentriere mich ganz auf die Person mir gegenüber. Wenn sich der Gast wohl fühlt und entspannt ist, werden die Schmerzen schon nicht mehr ganz so intensiv wahrgenommen.
Bisher wollten alle Gäste, die einmal in Kontakt mit der „Tonka-Einreibung“ gekommen sind, eine Wiederholung der Anwendung.

Gehen die Schmerzen eher von den Muskeln in Form von Muskelkrämpfen und sehr starken Muskelverspannungen aus, steht uns noch die Mischung „Muskelwohl“ zur Verfügung:

25 ml Johanniskrautöl (Hypericum perforatum)
25 ml Mandelöl süß (Prunus dulcis)
10 gtt Wacholderbeere (Juniperus communis)
8 gtt Rosmarin Ct cineol
2 gtt Zitrone (Citrus limonum)

Diese Mischung ist etwas höher konzentriert und bewegt sich somit schon eher im therapeutischen Bereich. Wir beschränken daher die Anwendungsdauer auf maximal 2 Wochen. Meist ist aber nur eine 1-2malige Anwendung nötig und dann kann auf die sanftere „Tonka-Einreibung“ umgestiegen werden.

Das „Gelenköl“ nutzen wir bei Schmerzen, die durch Rheuma oder Arthrose bedingt sind:

50 ml Jonhanniskrautöl (Hypericum perforatum)
4 gtt Wintergrün (Gaultheria fragrantissima)
4 gtt Angelika (Angelica archangelica)
4 gtt Pfeffer (Piper nigrum)
4 gtt Wacholderbeere (Juniperus communis)
4 gtt Rosmarin ct cineol
6 gtt Lavendel fein (Lavandula angustifolia)

Auch diese Mischung ist durch die enthaltenen Öle und auch die Kozentration eher im therapeutischen Bereich angesiedelt. Sie ist gerade für den Beginn der Behandlung sehr wirksam und bringt den Gästen meist schnell eine Besserung ihrer Symptome. Hier sollte die Anwendungsdauer auch 2 Wochen nicht überschreiten. Bei all unseren bisherigen Einsätzen haben wir sie meist nur 4 Tage hintereinander genutzt und konnten dann auch hier auf die „Tonka-Einreibung“ umsteigen.

Nutzen wir die ätherischen Öle als Ergänzung zur Basisschmerztherapie (wird in unserem Haus meist durch Fentanyl-Pflaster gewährleistet) kommt die Bedarfsschmerzmedikation oft nicht zum Einsatz. Das hat auch unseren Palliativmediziner überzeugt und so bietet er die Schmerzmischungen auch ganz oft bei den Visiten an, wenn die Gäste mal wieder nach dem altbewährten „Voltaren-Gel“ o.ä. fragen. Wird dann durch den Arzt bei der nächsten Visite die Wirkung der Mischung erfragt, kommt erstaunt „ Das hilft ja mindestens genauso gut“. Auch das ist für uns schon ein großer Fortschritt und zeigt erneut, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Liebe Grüße
Tanja