29. März 2015

Dekubitusprophylaxe

Kategorie: Allgemein,Aromapflege – Autor: Tanja Kapell – 13:47

Eine der größten Herausforderung im Hospiz ist die Verhinderung der Dekubitusentstehung. Unsere Gäste sind meist in einem kachektischen Ernährungszustand und tolerieren oft nur eine bestimmte Lagerung. Natürlich wenden wir Anti-Dekubitus- und Wechseldruckmatratzen an. Auch Felle oder Weichlagerungen kommen bei uns zum Einsatz, wenn die Gäste sehr abgemagert sind. Kreativen Maßnahmen, wie z.B. Druckentlastung durch aufgeblasene Gummihandschuhe können auch zum Einsatz kommen.

Das wichtigste in der Dekubitusprophylaxe ist allerdings eine gute Hautpflege. Von Bepanthensalbe u.ä. habe ich schon zu meiner Krankenhauszeit nichts gehalten und die meisten Cremes der Gäste sind nicht viel besser.

Das „Anti-Dekubitus-Öl“ war die erste Aromapflegemischung die wir nach unserer Weiterbildung eingeführt haben. Die erste Rezeptur bestand aus:

15 ml Jojobaöl (Simondsia chinensis), 35 ml Mandelöl süß (Prunus dulcis), 8 gtt Lavendel fein (Lavandula angustifolia).

Die Mischung sollte mindestens 1 mal pro Schicht auf die druckexponierten Stellen aufgetragen werden. Schnell zeigte sich, dass die Mischung gute Erfolge brachte. Die Haut war deutlich geschmeidiger und widerstandsfähiger.

Im Rahmen der Umstrukturierung und der Anfertigung unserer Mischungen durch eine Apotheke wurde die Zusammenstellung nochmals angepasst:

15 ml Jojobaöl (Simondsia chinensis), 35 ml Mandelöl süß (Prunus dulcis), 8 gtt Lavendel fein (Lavandula angustifolia), 5 gtt Benzoe siam (Styrax tonkinensis), 2 gtt Karottensamen (Daucus carota).

Diese Anwendung ist bei allen Mitarbeiterinnen in die tägliche Arbeite integriert. Keine vergisst mehr die Anwendung im Rahmen der Körperpflege.

Das „Hautpflegeöl“, wie die Mischung heute heißt, möchten wir nicht mehr missen. Ganz lässt sich die Entstehung eines Dekubitus nicht verhindern, aber seit dem Einsatz der Aromapflegemischung sind deutlich weniger Druckgeschwüre bei und entstanden.

Für uns also ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Aromapflege im Hospiz

Kategorie: Allgemein,Aromapflege – Autor: Tanja Kapell – 13:16

Hallo liebe Mitstreiter,

ich möchte mich euch kurz vorstellen:

Als Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für Anästhesie und Intensivpflege arbeite ich seit Januar 2010 im Hospiz „Haus Franz“ in Dülken. Mit einer Kollegin habe ich 2012 die Ausbildung zur „Aromaexpertin“ begonnen und im  im November 2012 abgeschlossen.Wir waren voller Ideen und Tatendrang, wollten unsere Ideen so schnell wie möglich umsetzen.

Schnell haben wir aber gemerkt, dass dies gar nicht so einfach war. Einige Kolleginnen waren sehr angetan, andere belächelten uns eher. Da wir aber unsere Geschäftsleitung im Rücken hatten und auch unser damaliger Hospizarzt sehr aufgeschlossen war, erstellten wir ein Konzept.

Den Einstieg haben wir ganz klassisch über die Raumbeduftung gewählt. In unserem Alltag stehen wir oft vor Situationen mit starker Geruchsbelastung. Dies war die einfachste Methode, zeigte die schnellste Wirkung  und überzeugte viele Kolleginnen.

Der nächste Schritt war die Einführung von Mischungen mit pflegerischer Indikation. Es hat viel Geduld von uns benötigt, da wir am liebsten mindestens 10 Mischungen auf einmal eingeführt hätten. Gestartet haben wir  mit einer Hautpflegemischung zur Dekubitusprophylxe. Als diese regelmäßig genutzt wurde folgte die „Tonka-Schmerzmischung“ und dann das „Hautwohl-Öl“ gegen Juckreiz. Wir haben gemerkt, schicken wir zu viele Mischungen gleichzeitig „ins Rennen“ waren die Kolleginnen überfordert und wussten nicht mehr, welche Mischung wann einzusetzen ist.

Mittlerweile sind wir so weit, dass wir 15 Mischungen für den pflegerischen Alltag inkl. aromatherapeutischer Anwendung nach Rücksprache mit den Hospizärzten eingeführt haben. Bei den meisten Wunden werden mittlerweile ätherische Öle zur therapeutischen Behandlung von den Ärzten angeordnet und die Erfolge sind auch für uns noch so manches Mal verblüffend.

Aber auch bei uns gibt es immer noch Situationen, wo alles ins Stocken gerät. Manche Kolleginnen trauen sich auch nicht, fertige Mischungen nach eigenem Ermessen einzusetzen. Da haben wir unser Konzept jetzt nochmal ein wenig verbessert und hoffen, dass jetzt jede Kollegin eigenständig arbeiten kann.

Gerne möchte ich euch unsere Erfahrungen zur Verfügung stellen und werde in nächster Zeit einige Beiträge verfassen. Denn auch ich habe gerade zu Beginn der Aromapflege im beruflichen Alltag gemerkt, dass Erfahrungswerte Gold wert sind.

Und ich möchte euch Mut machen, nicht aufzugeben. Wir wollten so manches Mal alles hinschmeißen, weil wir das Gefühl hatten in einem Hamsterrad zu stecken. Aber die 2,5 Jahre haben sich gelohnt und vieles läuft mittlerweile sehr reibungslos.

Also setzt euch durch für die tollen Helferlein, die ätherischen Öle!

Liebe Grüße

Tanja

27. März 2015

Fit in den Frühling mit ätherischen Ölen, der Frühjahrsmüdigkeit trotzen!

Kategorie: Allgemein,Aromapflege,Aromatherapie,Duftpflanzen – Autor: Hoch Maria – 18:40

Kaum hat der Frühling begonnen, klagen viele Menschen über die sogenannte „Frühjahrsmüdigkeit“. Die Natur wacht in vollen Zügen auf, die Temperaturen steigen, die Tage werden länger, die Pflanzen wachsen und sprießen überall, die Tiere sind aktiv und paaren sich und viele Menschen sind müde, erschöpft, antriebslos, gereizt und manchen ist schwindelig. Der Kreislauf gerät nicht so richtig in Schwung. Die höheren Temperaturen erweitern manchmal die Gefäße, der Blutdruck kann sinken. Der Übergang im Rhythmus der Jahreszeiten vom Winter aufs Frühjahr wirkt teilweise belastend auf Körper, Geist und Seele. Die Hormonproduktion ist dem Wechsel des Lichtrhythmus noch nicht angepasst.Unser „Glückshormon“ Serotonin wird durch das zunehmende Tageslicht vermehrt produziert und der Spiegel des sogenannten „Schlafhormons“ Melatonin ist noch zu hoch. „Dieser Tanz der Hormone“ macht schlapp. Da haben wir mit den ätherischen Ölen natürlich die allerbeste Unterstützung, dieser Abgeschlagenheit entgegen zu wirken.
Die einfachste Methode für mich ist wieder mal das alt bewährte Riechsalzfläschchen.

Riechsalz: „Fit in den Frühling 1“
3 Tropfen Limetteöl – Citrus x aurantifolia Christm. et Panz) Swingle
2 Tropfen Kardamomöl – Elettaria cardamomum L.
3 Tropfen Lavendelöl fein- Lavandula officinalis Chaix- Syn. Lavandula angustifolia Miller
2 Tropfen Litseaöl – Litsea cubeba Lamarck syn. Litsea cubeba Persoon

Limetten

Limetten Weißtanne

Riechsalz: „Fit in den Frühling 2“
4 Tropfen Weißtannenöl ( Abies alba Miller)
4 Tropfen Zitronenöl (Citrus x limon L.)
2 Tropfen Basilikumöl (Ocimum basilikumL. Ct linanool)

in ein 5ml Fläschchen oder ein kleines Glascremedöschen geben, mit Meersalz auffüllen und besonders, wenn man sich matt und schlapp d.h. bei Bedarf daran riechen. Mindestens 3- 5 tiefe Atemzüge durch die Nase nehmen. Passt in jede Hosen-, Hemd-, Westen- oder Handtasche. Die Düfte wirken konzentrationsfördernd, gedächtnisstärkend, anregend, stimmungsaufhellend, aktivierend, bringen gute Laune und stimulieren das Immunsystem.

Diese oben genannten Mischungen der ätherischen Öle für Riechsalze können tagsüber auch zur erfrischenden Raumbeduftung zur intermittierenden in die Duftlampe werden. Für eine erfrischende Dusche am Morgen mischen Sie diese Duftkomposition in 50 ml neutrales Duschgel.
Selbstverständlich ergänzen Bewegung wie Spaziergänge und Sport in der frischen Luft und an der Frühlingssonne, frische Nahrungsmittel (kbA oder Demeter Qualität) und Wechselduschen das Programm: „Fit in den Frühling“.

15. März 2015

Grüner Smoothie mit Sanddornfruchtfleischöl

Kategorie: Allgemein – Autor: Beatrix Wehle – 10:38

Ein Beitrag für die Aromaküche

Letzten Sonntag besuchte ich den Frucht-Erlebnisgarten von Christine Berger in Petzow in der Nähe von Berlin. Hier erwerbe ich 100% naturreines Sanddornfruchtfleischöl für meine grünen Smoothies direkt vom Sanddornanbaugebiet in Brandenburg. Seit fast 20 Jahren besteht der Familienbetrieb und bietet inzwischen über 50 meist Bio Sanddornprodukte aus eigenem Anbau an. http://sanddorn-christine-berger.de/

Um fit für den Tag zu sein mixe ich momentan folgenden grünen Smoothie zum Frühstück:

  • 1 Apfel – Vitamine, Reinigung
  • 1 Orange – Vitamine, passt in die Jahreszeit und zur Farbe vom Sanddorn
  • 1 Kiwi – Vitamin C
  • 0,5 cm Ingwerwurzel – gibt Wärme
  • Blattgrün einer Karotte – Vitalstoffe, Chlorophyll – macht den Smoothie so wertvoll
  • Babyspinat – Vitalstoffe, Chlorophyll
  • 6 Mandeln – als Gehirnnahrung und zur guten Sättigung
  • ½ TL Matcha Grünteepulver – gibt langandauernde Wachheit
  • 1 TL Chiasamen – Superfood aus Mexiko, Omega 3 und 6 Fettsäuren, Ballaststoffe
  • 1 TL Sanddornfruchtfleischöl – Provitamin A, Vitamin E, reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren
  • 1 Tropfen ätherisches Capriöl von Vegaroma
  • 150 ml gefiltertes Wasser

Diese Menge ergibt ca. 260 ml Smoothie. Für einen grünen Smoothie benötigt man einen Hochleistungsmixer mit mehr als 30 000 Umdrehungen pro Minute, um die Zellulosezellen der Pflanzen zu sprengen und uns somit die wertvollen Inhaltsstoffe zur Verfügung zu stellen.

9. März 2015

Latschen- und Zirbelkieferöl im Aromarport 12

Kategorie: Allgemein,Aromapflege,Aromatherapie,Duftpflanzen,Wissenschaft – Autor: Hoch Maria – 19:33

Der neue Aromareport 12 ist da mit dem ThemenschwerpunkT. Düfte der Berge- ätherische Öle von Latschen- und Zirbelkiefer

Die Düfte von Latsche und Zirbe

Die Zirben, die Grossen und die Latschen, die Zwerge,
es sind die Öle von Grenzgängern der Berge.
Die Bäume der Extreme aus dem hochalpinen Land,
sie trotzen allen Wettern, bieten Widerstand.

Und deren ätherischen Öle, genau diese Kraft vermitteln sie,
sie verleihen uns Flügel und viel Energie,
sie vermitteln uns die nötige Ruhe
und geben uns Stabilität wie feste Schuhe.

Sie lehren uns, mit Grenzen umzugehen
und wieder stabil im Leben zu stehen.
Diese Düfte sind eine Erfahrung wert
sie sind nicht umsonst uralt bewährt. Maria Hoch

Aromareport 12

5. März 2015

Ätherische Öle: vernachlässigte Wundermittel?

Kategorie: Allgemein – Autor: Hoch Maria – 11:32

„Viele ätherische Öle haben in Studien eine starke antibakterielle Wirksamkeit gezeigt. Sie können Antibiotika zwar nicht ersetzen, aber bei Hautinfektionen, schlecht heilenden Wunden oder fötiden Tumor-Ulzerationen lohnt sich ein Therapieversuch.“
siehe: Ätherische Öle: vernachlässigte Wundermittel?

Teebaumblüte

Im Aromareport 6 und in der Sonderausgabe Aromakongress 2013 schreibt Prof. Reichling einen großen wissenschaftlichen Artikel über Studien und die antibakterielle Wirkung ätherischer Öle
siehe: Aromareporte Aroma Forum International e.V.

Das ist uns, die in der Aromatherapie/Aromapflege die ätherischen Öle einsetzen, schon lange aus vielen den erfolgreichen aromapraktischen Erfahrungen bekannt.
Außerdem gibt es viele Aromatogramme, die die Apothekerin Dorothea Hamm bzgl. des MRSA-Keimes ausgewertet hat, sehr wirksam. Dabei zeigen auch die ätherischen Öle von Lavendel fein, Neroli, Manuka, Teebaum, Thymian CT Thymol und CT Linalol und einige mehr. Auswertungen von Aromatogrammensind im Aromareport 9 und 10 und in der Sonderausgabe 2013 zu finden z.B. Das ätherische Öl von Neroli, ein Multitalent

Neroliblüten

Und gerade jetzt in der Erkältungswelle, die ja dieses Jahr viele Arbeitgeber zur Verzweifung bringt, kann ich die genannte ätherischen Öle in Mischungen mit fetten Ölen sehr empfehlen.

Aromapraktische Anwendungsmöglichkeiten
1. Gurgeln
1 Tropfen Teebaumöl (Melaleuca alternifolia Maiden et Beche)
1 Tropfen Zitronenöl (Citrus X limon L.)
in ein Glas geben, das halbvoll mit lauwarmen Wasser gefüllt ist; 2-3 mal kräftig gurgeln; 2 mal täglich und das 3-5 Tage lang. Dann sollten die Beschwerden wirklich nachgelassen haben.

Dazu ist kein kein Emulgator erforderlich, denn die 2 Tropfen sollen die Schleimhäute wirklich benetzen. Den Zahnschmelz stört die 3-5 tägige Anwendung nicht.

Das mache ich (und nicht nur ich, denn ich empfehle das seitdem zur Selbstanwendung weiter) seit mehr als 20 Jahren sehr erfolgreich und wenn ich ein Kratzen im Hals bemerke, gurgle ich damit, am nächsten Tag ist das Kratzen verschunden.

2. Aromapflegeöl anzuwenden bei grippalem Infekt und Erkätungskrankheiten:
30 ml Johanniskrautöl (Olivenölbasis) kbA
20 ml Mandelöl (Olivenölbasis) kbA
4 Tropfen Zitronenenöl (Citrus limon) kbA
4 Tropfen Lavendelöl fein (Lavandula officinalis Mill.) kbA
4 Tropfen Teebaumöl (Melaleuca alternifolia Maiden et Beche) kbA
2 Tropfen Neroliöl (Citrus x aurantium L. ssp. aurantium) kbA
4 Tropfen Cajeputöl (Melaleuca ) kbA
4 Tropfen Thymianöl (Thymus vulgaris CT linalol) kbA

Mit dieser Mischung 2 x tgl. Brust, Rücken, Achselhöhlen, seitliche Halspartien, Nasenrücken außen und die Naseneingänge einreiben 3-5 Tage lang.

3. Riechsalz: „Nase frei”
4 Tropfen Pfefferminzöl (Mentha piperita L.)
3 Tropfen Manukaöl (Melaleuca leucodendron)
3 Tropfen Zitronenöl (Citrus x limon L.)
in ein 5ml Fläschchen geben, mit Meersalz auffüllen und bei Bedarf daran riechen. Passt in jede Hosen-, Hemd-, Westen- oder Handtasche. Gut, „wenn man die Nase voll hat“ (von was auch immer), es befreit und lässt durchatmen.

Lavendel fein

Thymian vulgaris