20. Februar 2012
Liebe Sonja, vorab gilt es zwei Fragen zu klären:
Steht das wirklich in JEDER Fachliteratur (von welcher Fachliteratur ist hier denn die Rede)?
Ist die Rede von einer Einzelsubstanz oder von einem ätherischen Öl?
Wie wir wissen, besteht ein ätherisches Öl aus vielen verschiedenen Einzelsubstanzen.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass uns hervorragende ätherische Öle zur Verfügung stehen, die sich ganz besonders zur Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern eignen, z.B. Cajeput, Kardamom, Myrte Marokko oder Türkei oder Thymian Mastichina.
Ich persönlich sehe keinerlei Probleme bei der Anwendung ätherischer Öle mit einem 1,8- Cineolgehalt, wenn man die richtige Dosierung beachtet. Auch hier gilt die Regel: Nicht Viel hilft viel, sondern Wenig ist oft mehr.
Monika
14. Februar 2012
Autor: Poulles-Schellen
Ich habe eine Frage an alle Aromafachleute. In einem kürzlich besuchten Seminar wurde mitgeteilt, dass man nach neuesten Erkenntnissen das 1,8 Cineol bedenkenlos auch bei Säuglingen sogar Neugeborenen einsetzen könnte.
Da ich jedoch in jeder Fachliteratur den Hinweis finde unter 1 Jahr davon abzusehen bin ich etwas skeptisch.
Da ich in 2 Krankenhäusern die Verantwortung für die Aromapflege mit trage und wir auch
eine Neugeborenen-und Kinderstation haben, liegt es mir am Herzen mehr Genaues darüber zu erfahren.
Vielleicht kann jemand konkret was dazu beitragen.
17. Januar 2012
Hat jemand Erfahrungen mit übermässigem Speichelfluss bei Patienten mit diversen psychischen Pathologien (Psychosen, Epilepsie…), verursacht durch die Einnahme von Neuroleptika?
Danke für Eure Hilfe ! LG Daria
2. November 2011
von Warnke et. al. (veröffentlicht 2008) vorstellen.
Auch in diesem Bereich treten vermehrt Infektionen incl. MRSA auf bevor das endgültige Zahnimplantat eingesetzt werden kann. Ebenso wie im orthopädischen Bereich ist das Titanimplantat im Kiefer betroffen. Für eine Behandlung gibt es bis jetzt kein allgemein akzeptiertes Behandlungs-schema. Von den betroffenen Patienten werden Spülungen mit CHX zusätzlich zu einer Antibiotikatherapie und Kürettage der Zahntaschen unzureichend akzeptiert.
Im Rahmen von In-vitro-Untersuchungen wurden Eukalyptus-, Teebaum-, Thymian-, Lemon-, Lemongras- und Nelkenöl (nicht näher bezeichnet) als Einzelöle eine Mischung dieser Öle in 30% Ethanol gelöst und zwei frei käufliche Mixturen (Listerine und Salviathymol) getestet. Als Vergleichsgruppe dienten Ethanol 70%, Betaisadonna und CHX 0,1%. Als lipophile Kontrollgruppe wurden Olivenöl und Parafinöl verwendet.
Diese Substanzen wurden an klinisch relevanten Stämmen und Spezies von Staphylococcen, Streptococcen und Candida albicans unter Einbeziehung von MRSA und Candida krusei im Agardiffusionstest geprüft. Jeder Versuch wurde doppelt durchgeführt. Die Auswertung erfolgte über den Hemmhofdurchmesser.
Alle ätherischen Öle und Mixturen zeigten eine antibakterielle und antimykotische Wirkung. Der Hemmhof lag zwischen 6mm und 49mm von den Einzelölen schnitten Lemongras (- 49mm) und Thymian (- über 30mm) am besten ab, bei den Mixturen war es die selbst hergestellte Mischung.
Olivenöl und Parafinöl zeigten keine Wachstumshemmung, Ethanol 70% einen Hemmhof von max. 7mm auf. Betaisadonna und CHX wiesen einen Hemmhof von 10-25mm auf.
Testungen für ätherische Öle im anaeroben Bereich sind noch nicht standardisiert aber in dieser Studie wird darauf hingewiesen dass in der Literatur wirksame Einzelsubstanzen beschrieben sind wie Terpenen-4-ol, Linalool und α-Terpineol. Mit diesen Wirkstoffen konnte gezeigt werden dass sie die bakterielle Zellwand zerstören und Veränderungen der Kaliumkonzentration verursachen können. Es konnte auch eine Beeinflussung der Glucose-abhängigen Zellatmung gezeigt werden. Dies lässt vermuten dass auch eine Wirksamkeit gegen Anaerobier erzielt werden kann.
Im weiteren wird erörtert wie sich die antiinflammatorische Eigenschaft der ätherischen Öle günstig auf die Entzündungsmediatorproduktion auswirkt.
Sieht man sich die Zusammensetzung einiger Produkte von namhaften Firmen an die ätherische Öle vertreiben, so kann man davon ausgehen das es von den persönlichen Geschmacksvorlieben und Vorstellungen abhängt für welches Produkt man sich entscheidet. Für mich ist diese Studie auf jeden Fall ein Indiz dafür, dass es sich lohnt weiterhin darum zu kämpfen auch bei kritisch Kranken auf eine Spülung mit CHX zu verzichten und die Aromapflege incl. einer adäquaten Mundpflege zu befürworten.
So wie man es im Umgang mit sich selber gewohnt ist, darf ein routinemäßiger Griff zur Zahnbürste nicht unterlassen werden und so wie wir unsere Mundhöhle danach ausspülen, kann es auch Schwerstkranken ermöglicht werden dass eine Spülung der Mundhöhle erfolgt.
Hallo,
hat jemand Erfahrungen mit äth. Ölen in der Gynäkologie, Geburtshilfe und Wochenbett und kann mir ein paar Tips (Rezepte) geben. Ich möchte gerne einiges für unsere Station ausarbeiten, was wir selber mischen können. Weiß außerdem jemand, wie gut Johanniskrautöl bei gereizten Brustwarzen wirkt und ob es schädlich fürs Neugeborene ist. Bei uns kreist das Gerücht, das Johanniskrautöl angeblich zu Nierenschäden beim Neugeborenen führt. Meiner Meinung nach Unsinn, aber meine Gegner halten daran fest. Wäre für eure Tips (Hilfe) sehr dankbar.
Christine
22. Oktober 2011
Natürliche Transfettsäuren?? – Für viele ein Widerspruch. Doch auch hier muss man differenzieren. Neben den industriellen Transfettsäuren (TFA) die während der Fetthärtung entstehen, gibt es auch tierrische TFA in Fleischprodukten und Milch von Wiederkäuern. Im Pansen der Tiere wandeln Bakterien (Butyrivibrio fibrisolvens) mehrfach ungesättigte Fettsäuren in gesättigte Fettsäuren um. Dabei entsteht vorwiegend die TFA Vaccensäure, die teilweise schon im Tier (insbesondere in den Milchdrüsen), teilweise aber auch erst später im Menschen zu CLA (konjugierte Linolsäure) umgewandet wird.
Im Gegensatz zu den vielen negativen Wirkungen der industriellen TFA, schreibt man den tierischen TFA positive Wirkungen zu. Bis jetzt wurden im Tier- und/oder Zellversuch folgende Wirkungen nachgewiesen:
- Reduktion entzündungsfördernder Mediatoren und damit positiver Einfluss auf Arteriosklerose
- krebshemmende Wirkung
- Reduktion von Körperfettgewebe u.a. über eine Steigerung der Fettoxidation
- Zunahme an Muskelmasse
Bisher gibt es keine positiven aussagekräftige Studien am Menschen, d.h. eine Reduktion der Fettmasse (mit dieser Wirkung werben einige Produkte zur Gewichtsreduktion) konnte nicht nachgewiesen werden. Alle Ergebnisse sind noch experimenteller Natur.
Thomas Krummer
15. September 2011
Eine Ende Juni veröffentliche In vitro-Studie aus Portugal konnte zeigen, dass das ätherische Öl aus Coriandrum sativum gegen etliche gram-negative und gram-positive Bakterien einsetzbar ist. Insbesondere dem gefürchteten MRSA kann das Öl zusetzen, aber auch Bakterien, die durch Lebensmittel zu Vergiftungen führen können. Es wirkte lediglich nicht gegen Bacillus cereus und Enterococcus faecalis. Interessant für die ganzheitlich denkenden und pflegenden Menschen ist die Erkenntnis, dass das komplette Öl besser wirkte als der Haupt-Inhaltsstoff Linalool (der im Labor meistens in synthetischer Form vorliegt).
Die per Durchflusszytometrie mit Propidiumiodid vorgenommene Untersuchung der betroffenen bakteriellen Zellmembranen zeigte, dass diese unter Einfluss des ätherischen Öles ihre Zellatmung einstellten. Die elektrische Spannung der Membran (das so genannte Potenzial) war genauso gestört wie die Transporterfunktionen. Domingues F & al: Coriander (Coriandrum sativum L.) essential oil: its antibacterial activity and mode of action evaluated by flow cytometry. The Journal of Medical Microbiology
In einer im März diesen Jahres veröffentlichten brasilianischen In vitro-Studie konnte gezeigt werden, dass Korianderöl eine deutliche Wirkung gegen Candida albicans-Befall in der Mundhöhle aufweist. Es zeigte die beste Wirkung im Vergleich zu den ätherischen Ölen von Allium tuberosum (Knoblauch), Cymbopogon martini (Palmarosa), Cymbopogon winterianus (Java-Citronella) und Santolina chamaecyparissus (Heiligenkraut). Furletti VF & al. Action of Coriandrum sativum L. Essential Oil upon Oral Candida albicans Biofilm Formation. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Vol 2011
19. August 2011
Hallo zusammen,
ich habe eine Frage: Welche ätherischen Öle kann ich verwenden, wenn ich einen Sonnenbrand habe?
Vielen Dank schon mal im Voraus, Christina
27. Juli 2011
Am 12. April 2011 um 19.00 Uhr trafen sich 11 Interessierte zu unserem ersten Arbeitskreis Aroma-Forum im Vortragsraum der Klinik Augustinum.
Frau Maria Hoch als 1. Vorsitzende des Vereins „Aroma Forum International e.V.“ begrüßte alle Anwesenden und wünschte einen guten Start und ein erfolgreiches Gelingen für die Zukunft des Arbeitskreises.
Mit einem kleinen kurzweiligen Vortrag über neue und alte Erkenntnisse des Kokosöl in derErnährung und Hautpflege von Silvia Baumbauer wurde der Abend eingeläutet. Diese Theorie wurde mit süßen und pikanten Köstlichkeiten aus Kokosöl und Rosengetränken gleich kulinarisch umgesetzt.
In der anschließenden Vorstellungsrunde wurde über den beruflichen wie auch privaten Aroma-Hintergrund der Anwesenden und den Erwartungen an den Arbeitskreis gesprochen. Persönliche Erfahrungen mit den verschiedenen Ölen, Wissen über Studien und vieles mehr soll ausgetauscht werden. Dadurch erhoffen wir uns ein engeres Zusammenarbeiten und Verbreiten der Aromakultur und der praxisorientierten Anwendung der Aromapflege. Persönliche Fragen rund zum Thema ätherische Öle und ihrer Anwendung werden einen großen Platz eingeräumt.
Das Rad muss nicht von jedem neu erfunden werden – lasst uns zusammenarbeiten!
Das nächste Treffen des Arbeitskreises ist am 11. Oktober 2011 um 19 Uhr. Alle Interessierten sind von uns herzlich dazu eingeladen.
Als großes Thema werden Erfahrungen mit ätherischen Ölen in der Pflege von MRSA-Patienten diskutiert. Alle Studien, Wissenswertes und persönliche Erfahrungen zu diesem Thema sind erwünscht!
21. Juni 2011

Kürzlich konnte ich zum wiederholten Male erfahren, wie grandios zwei bis drei Tropfen Cistrose eine tiefe Schnittwunde “kitten”. Eine Glasscherbe im Gemüsebeet wurde einer meiner Fingerspitzen zum Verhängnis. Die starke Blutung und der nervig-pochende Schmerz waren nach dem Auftragen des stark balsamisch duftenden Öles nach gut zehn Minuten wie weg geblasen. Noch dreimal wiederholt und der Wundverschluss war soweit erfolgt, dass ich keine weiteren Maßnahmen mehr ergreifen musste. Eine Krankenschwester berichtete mir in den buntesten Farben, dass sie einen Patienten behandelt hatte, dem beim Verbandswechsel immer wieder “das Blut bis zur Decke spritzte”. In Absprache mit ihrer Pflegedienstleitung durfte sie das Öl aus den Zweigen dieser hitzeliebenden Mittelmeerpflanze pur auftragen, da “sowie sonst nichts hilft”. Die Augen waren groß, als die erwartete Blutung bald einhielt und beim nächsten Wechsel nicht mehr nennenswert auftrat. So große Effekte sind mit dieser Pflanze zu erreichen, obwohl sie so extrem sensibel drein schaut – mit ihren zerknittert erscheinenden Blütenblättchen. Derzeit blüht sie in meinem Garten.